Wenn Sie einen meiner Filme gesehen und sich gefragt haben, warum er „wie ein echter Kinofilm aussieht" — warum sich Kerzenlichter zu goldenen Streifen dehnen, warum der Hintergrund hinter der Braut in weiche Ovale zerfließt, warum das Bild breiter ist als ein normales Video — liegt die Antwort zu einem guten Teil in einem Stück Glas. Ich filme Hochzeiten mit anamorphotischen Objektiven: derselben Objektivfamilie, mit der ein Großteil des Kinos gedreht ist, das wir lieben. Wenn Sie Videografen für Ihre Hochzeit in Italien nach ihrem „Look" vergleichen, sollten Sie wissen: Dieser Look hat einen technischen Grund — und er lässt sich nicht gut imitieren.
Was ein anamorphotisches Objektiv ist, einfach erklärt
Ein traditionelles („sphärisches") Objektiv projiziert das Bild so auf den Sensor, wie es ist. Ein anamorphotisches Objektiv staucht es während der Aufnahme seitlich: Es fängt ein breiteres Sichtfeld ein, indem es dieses in den Sensor „quetscht". Im Schnitt wird das Bild wieder entzerrt — und das Ergebnis ist jenes breite, filmische Format, das Sie aus jedem Kinosaal kennen. Es ist kein Zuschnitt und kein nachträglicher Effekt: Es ist die Physik des Glases, dieselbe Technik, die in den Fünfzigerjahren in Hollywood für CinemaScope entstand.
Aber das Breitformat ist nur der Anfang. Die optische Stauchung bringt visuelle „Signaturen" mit, die die Postproduktion nicht wirklich nachbilden kann: Unscharfe Lichtpunkte werden zu Ovalen statt Kreisen, Gegenlichter erzeugen horizontale Flares — jene Lichtstreifen, die das Bild durchqueren — und der Hintergrund löst sich weicher, fast malerisch vom Motiv. Diesen Streifen haben Sie tausendmal im Kino gesehen: das blaue Flare in J.J. Abrams' Star Trek, die goldene Klinge in den Sonnenuntergängen von La La Land — komplett anamorphotisch gedreht, als Hommage an die klassischen CinemaScope-Musicals — und das Glühen, das die Nachtlichter von Blade Runner in die Länge zieht.
Wie Glas das Licht „biegt"
Wie kann ein Objektiv das Bild nur horizontal stauchen? Das Geheimnis heißt Brechung: Wenn Licht von einem Medium in ein anderes übergeht — von Luft in Glas und wieder zurück — ändert es seine Geschwindigkeit und damit seine Richtung. Es ist dasselbe Phänomen, durch das ein Strohhalm im Wasserglas geknickt aussieht. Ein anamorphotisches Objektiv fügt zylindrische Elemente hinzu, die das Licht auf einer Achse stärker biegen: Milliarden von Strahlen, geordnet umgelenkt, zeichnen eine breitere Welt auf denselben Sensor.
Meine Objektive — und was sich in Ihrem Film ändert
Ich drehe mit anamorphotischen Blazar Remus 1.5x-Objektiven. Konkret bedeutet das in Ihrem Hochzeitsfilm: ein breiteres Bild, das eine italienische Kirche oder ein Küstenpanorama ganz umarmt; Kerzen- und Lichterkettenlichter, die bei den Abendtänzen zu goldenen Streifen aufblühen; eine weiche, fast traumhafte Trennung zwischen Ihnen und dem Hintergrund in den innigen Momenten. Es ist der Unterschied zwischen einem Bild, das dokumentiert, und einem Bild, das sich wie Erinnerung anfühlt — und genau so funktioniert Emotion.
Die Kehrseite der Medaille (es gibt immer eine)
Anamorphotische Objektive sind anspruchsvoll: schwerer, manuell, weniger verzeihend, und sie verlangen der Kamera dahinter viel ab. Sie zwingen zu bewusster Arbeit — jedes Bild ist eine Entscheidung, kein Zufall. Auch deshalb habe ich sie mit einem Kamerasystem kombiniert, dem ich vollkommen vertraue: Diese Geschichte erzähle ich in einem eigenen Artikel.
Wenn Sie sehen möchten, was aus all dieser Physik wird, wenn sie auf einen echten Hochzeitstag trifft, ist das Portfolio hier. Das Licht des Kinos, mit Ihren Stimmen darin.
“Ihre Hochzeit, im Licht des Kinos.”
Erzählen Sie mir von Ihrem Tag — Verfügbarkeit anfragen